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PLANVERFASSER:

Nele Bierwolf

Berlin | Deutschland

Heiko Ruddigkeit

Berlin | Deutschland

Nadia Rückert

Berlin | Deutschland



Protokoll der Entscheidung des Preisgerichts:

Die Arbeit steht unter dem Motto „Innovationspark Berlin“. Es soll ein Standort und Experimentierfeld für wissenschaftliche Themen im Zusammenhang mit Forschung, Gewerbe, Wohnen und Landschaft geschaffen werden.

Für die gesamte Fläche des Flughafens und deren Ränder wird eine konsequente, aus den angestrebten Entwicklungszielen und den gegenwärtigen Gegebenheiten von Stadt und Landschaft gewonnene Zuweisung von Flächen für einen Landschaftspark, für Forschung, Technik und Gewerbe sowie für Wohnen vorgenommen. Die ehemalige Landebahn wird als zusammenfassender Korridor für alle Flächen landschaftsgestalterisch überhöht nachgezeichnet. In diesem Korridor wird eine künstlerische Verarbeitung verschiedener Raumeindrücke vorgeschlagen.

Die in den verschiedenen Funktionsbereichen angestrebten Charakteristika und Gestaltungen variieren auf eine unaufdringliche, aber deutliche Art einen Bezug auf das Fliegen, auf Wind und Wetter. Im Landschaftspark zielt dieses Bild besonders auf die Auswahl der Pflanzen. Die vorgeschlagenen Vegetationsbilder sowohl bei Bäumen und Sträuchern als auch auf Wiesen und Trockenflächen beziehen sich auf das angestrebte Bild ökologischer Innovation und bieten eine fast poetische Gestaltqualität an.

Die für das Gesamtgebiet vorgestellte Entwicklungsstrategie, die Systematik der Grün- und Freiflächen und die den verschiedenartigen Funktionsbereichen zugeordneten Bilder ergänzen sich in logischer und anschaulicher Weise. Schwierig zu begreifen ist die Ableitung der Wegeleitsysteme und darin eingeschlossener Flächen aus einem Liniensystem, das den Zielen der jetzt in Tegel abgehenden Flüge folgt. Die so entstehenden Dreiecksflächen werden funktionell entsprechend der geplanten Nutzung der jeweiligen Bereiche besetzt. Diese Besetzung ist zunächst eher als flächige Chiffre zu verstehen und erzeugt nur wenig Räumlichkeit.

Etwas vernachlässigt erscheint die Verbindung des Tegeler Sees und der Jungfernheide mit den neuen Funktionen auf dem Flugfeld. Auch wurde die Rolle des Wassers nicht thematisiert.
Insgesamt aber überzeugt die Arbeit durch die Sachlichkeit der Absichten und die angestrebte Gestalt. Es wird in keiner Weise auf nicht mehr zurückholbare historische Landschaftsbestände und Landschaftsmotive verwiesen, sondern aus der jetzigen Nutzung als Flughafen ein neues Landschafts- und Stadtbild erzeugt.

 Arbeit Nr. 313     

Bereich C: Landschaftsplanung - Tegel |

Peter-Joseph-Lenné-Preis